Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht währen, in deren ehrliches Gesicht man ohne Mißtrauen schauen kann?                                   (Arthur Schopenhauer)                                                                                                       

 

Der Shiba Inu (was soviel wie "kleiner Hund" bedeutet) ist die Kleinste der japanischen Rassen, und wahr- scheinlich auch die älteste. Wie neuzeitliche Knochenfunde belegen, ist diese Rasse über 8000 Jahre alt, also eine der ältesten Rassen überhaupt und genetisch dem Wolf am ähnlichsten. Bis heute hat der Shiba sein äußeres Erscheinungsbild erhalten können, ohne daß der Mensch ihn in irgendeiner Form nachhaltig verändert hat. Als der englische Jagdsport in Japan Einzug hielt, ergab sich auch zwangsläufig die Einkreuzung von den eingeführten Rassen, wie Pointer und Settern. Bald schon gab es so gut wie keine reinrassigen Shibas mehr. Erst als sich im Jahre 1928 einige gebildete Menschen für die Erhaltung der Rasse durch Reinzucht einsetzten, war es möglich, daß man die wenigen übrig gebliebenen Shibas aus dem ganzen Land zusammenführen  konnte, und so im Jahre 1932 der erste Shiba in Japan registriert wurde. Der Rassestandard für den Shiba Inu wurde 1934 in Japan festgelegt. Und schließlich wurde im Jahre 1937 der Shiba Inu zum Naturdenkmal Japans erklärt. Der Shiba ist ein intelligenter, mutiger und vorsichtiger Hund, der immer sehr würdevoll und stolz durchs Leben geht. Bei einer Widerristhöhe von 36,5cm (+/- 1,5cm) für die Hündin und 39,5cm (+/- 1,5cm) für den Rüden, ist der Spruch: "ein Shiba Inu ist ein kleiner Hund mit dem Geist und dem Herzen eines großen Hundes" voll zutreffend. Sein Wesen ist lebhaft, unternehmungslustig, anhänglich, aufmerk- sam, immer freundlich und Fremden gegenüber eher etwas reserviert. Dies sind nur einige seiner Wesens- züge, die Vielfalt ist nahezu unerschöpflich. Er ist von Natur aus robust und witterungsunempfindlich. Einem Shiba sagt man nicht umsonst "katzenähnliche" Sauberkeit nach, er ist nicht selten mit Fellpflege beschäftigt. Außerdem hat der Shiba so gut wie keinen Eigengeruch, wer jemals einen nassen Hund gerochen hat, der weiß von was ich rede. Die feine Unterwolle seines Fells, verbunden mit dem geraden Deckhaar, läßt den Shiba wie ein Plüschtier erscheinen. Wer den Shiba mit viel Liebe und Verständnis für den speziellen Charakter erzieht, wird uneingeschränkte Freude mit ihm haben! Hat man es geschafft, die richtige Verbindung zu seinem Shiba aufzubauen, erfährt man ein gigantisches Vertrauen. Seine Ausstrahlung, und seine Ruhe und Gelassenheit, genauso wie die Fähigkeit "über" den Dingen zu stehen, machen ihn zu einem Wegbegleiter der seinesgleichen sucht!                                                                                                                                                                   ...ich bereue nichts!                                                                                              

 

Ein paar Gedanken zur Rasse...                             Da ich als Rassebegeisterter- und Liebhaber, als Züchter, als Aussteller, als VDH-lizenzierter Sonderleiter und auch als Besucher in ganz Deutschland und im angrenzenden europäischen Ausland auf Ausstellungen unterwegs bin, ist es mir ein Bedürfnis, ein paar Gedanken zu "meiner" Rasse, dem Shiba Inu, niederzuschreiben. Immer wieder sehe ich Shiba Halter, die ihren Shiba's ganz wunderbare Kunststückchen beigebracht haben und diese dann auf einer Ausstellung zur Show stellen. Naja, wo sonst hat man auch soviele Zuschauer? Das ist zum Einen sehr schön anzuschauen und zum Anderen auch sehr förderlich für das Vertrauen zueinander, aber... allzuleicht erweckt dies Gesehene bei zukünftigen Rasseinteressierten den Gedanken, ein Shiba sei ein kuscheliges, knuffiges Hündchen, das außer hübsch zu sein auch noch begabt ist, eine Reihe Kunststücke zu erlernen. Dies ist bezüglich Schönheit und Intelligenz sicherlich richtig, nicht jedoch im Bezug auf eine etwaige "Verniedlichung" der Rasse! Nicht nur im Herzen und in seinem Geist ist der Shiba einem großen Hund mindestens ebenbürtig, sondern auch in seinem Wesen und Verhalten! Ein Shiba ist ein Hund! Ein robuster, wohlproportionierter, ursprünglicher und eigenständiger Jagdhund! Das bedeutet, er ist kein Kuscheltier und wird sich auch nicht zu einem solchen degradieren lassen! Ein Shiba ist ein außergewöhnlicher Hund mit einem riesigen Verhaltensrepertoire! Er jagt Mäuse und Vögel und wenn er sie hat, dann tötet er diese auch! Er ist dabei blitzschnell! Wie eine gespannte Feder schnellt er in Richtung der erspähten "Beute" um danach, ob erfolgreich oder nicht, "breit grinsend" und erhobenen Hauptes weiter zu stolzieren! Er braucht keinen der ihm diese Dinge beibringt, er bringt diese Fähigkeiten von Geburt an mit! Im Laufe seines Lebens verfeinert er nur sein Können bis hin zur Perfektion! Er wird auch bereit sein, seine Familie wenn erforderlich, mit Nachdruck und allem was ihm zur Verfügung steht, zu beschützen! Wird ein unkastrierter Rüde und eine unkastrierte Hündin zusammen gehalten, dann wird dieser Rüde seine Hündin auch gegen einen dreimal so großen fremden Rüden selbstlos verteidigen! Er wird mit seiner Familie stundenlang Wanderungen und Spaziergänge genießen und dabei auf Baumstümpfe und Felsbrocken springen oder klettern! Aber er wird auch lieben, wenn er geschmust, gestreichelt, verwöhnt und gepflegt wird!                      

Der Shiba verdient Bewunderung und Respekt!                                                                                                      © Dieter Schneider, Januar 2010 ©  

           

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